Schule kann auch anders sein

Über 90 Lehrkräfte zum Campus innovativ-Fachtag im Rathaus

„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steige ab." Mit dieser Weisheit der Dakota-Indianer startete Andreas Müller, europaweit renommierter Schulexperte, seinen Vortrag beim zweiten Campus innovativ-Fachtag „Umgang mit Heterogenität" am 26. April im Rathaus. Er stellte anschaulich dar, dass wesentliche Strukturen des heutigen Schulsystems noch aus dem 19. Jahrhundert stammen, als Schulen für eine Tätigkeit in Landwirtschaft und Industrie ausbildeten. Statt das „tote Pferd" künstlich am Leben zu erhalten, müsse sich Schule grundlegend verändern, um Schülerinnen und Schüler heute fit für’s Leben zu machen.

Hauptanliegen von Andreas Müller ist: Schüler sich entwickeln lassen. Und das funktioniert nicht gleichförmig, da alle Schüler verschieden sind. In der von Müller geleiteten Modellschule Institut Beatenberg in der Schweiz lernt jeder praxisorientiert und in seinem eigenen Tempo. Die Lehrkräfte verstehen sich als Lerncoachs, die die Schüler auf ihrem Entwicklungsweg unterstützen.

Bei den über 90 Lehrkräften aus ganz Deutschland, die zum Campus innovativ-Fachtag „Umgang mit Heterogenität"„Umgang mit Heterogenität" im Rathaus in Osterholz-Scharmbeck zusammengekommen waren, stieß dieser Ansatz auf große Zustimmung. Sie alle sind nicht erst seit der Einführung der inklusiven Schule mit einer immer größeren Vielfalt der Schüler konfrontiert und nahmen zahlreiche Anregungen für ihren eigenen Unterricht mit.

Anregungen und Impulse, wie Vielfalt zur Chance wird, konnten sie in sechs Werkstätten von Best Practice-Schulen erhalten. Dabei waren auch zwei Osterholz- Scharmbecker Schulen: Dietmar Krause und Eiko Nörtemann von der Oberschule Lernhaus im Campus zeigten, wie das Schweizer Modell in einer deutschen Schule funktionieren kann. Ute Hussak-Thomsen, Schulleiterin der Grundschule Buschhausen, erläuterte die neue Lernkultur in ihren altersgemischten Klassen.

Mit der Veranstaltungsreihe Campus innovativ will die Stadt gemeinsam mit der Schulentwicklungsberatung SICHT.weise den Transfer von beispielhaften Konzepten und Praxisprojekten in der Schulentwicklung und Bildungspolitik unterstützen. Die Reihe wird im Herbst fortgesetzt.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Campusmanagerin Frau Dr. Ulrike Baumheier, Tel. 04791/17-520, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Campus wird bei Städtebauausstellung präsentiert

Wanderausstellung vom 16.03. bis zum 13.04.2017 im Rathaus

Der Campus für lebenslanges Lernen ist im September 2016 bei der Preisverleihung für den Deutschen Städtebaupreis 2016 mit einer Belobigung ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit den übrigen Preisträgern ist er jetzt Thema einer Ausstellung, die vom 16.03. bis zum 13.04.2017 im Rathaus Osterholz-Scharmbeck gezeigt wird.

Der Deutsche Städtebaupreis wird alle zwei Jahre für zukunftsweisende städtebauliche Projekte verliehen. Er wird ausgelobt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und von der Wüstenrot-Stiftung gefördert. Ein Sonderpreis wird für Vorhaben zu besonders dringlichen Handlungsfeldern im Städtebau und in der Stadtplanung vergeben, in diesem Jahr für Projekte im Bereich „Soziale Impulse durch Städtebau – Urbane Kooperationen und neue Nachbarschaften“.

Der Campus wurde ausgezeichnet wegen seiner „Innovation für einen neuen Schultyp und die eindrucksvolle Kooperation von Bildungseinrichtungen im Rahmen eines Gesamtkonzepts“. Ausdrücklich gewürdigt wurde auch das „Engagement der Kommune für gelingende Bildungspolitik als Strategie der Stadtentwicklung“ (Jury Deutscher Städtebaupreis 2016).

Von Güllefiltern und Handwärmern

Jugend forscht: Schüler des Gymnasiums Osterholz-Scharmbeck stellen ihre Experimente aus

Artikel im Osterholzer Kreisblatt Osterholz-Scharmbeck.Der Vorraum der Commerzbank-Filiale am Marktplatz ist gut gefüllt – mit jungen Leuten. Was zunächst ungewöhnlich erscheinen mag. Ist es aber nicht. Die Schüler des Gymnasiums Osterholz-Scharmbeck präsentieren in der Bank ihre Arbeiten, die in der Arbeitsgemeinschaft "Jugend forscht" entstanden sind. Anfang dieser Woche ist die Ausstellung in der Filiale eröffnet worden.

Die Projekte stammen aus einer Arbeitsgemeinschaft, die von Sylvelin Menge geleitet wird. „Insgesamt werden sechs Projekte gezeigt“, sagt die Lehrerin. Drei davon haben Abiturienten für die Sparte "Jugend forscht" entwickelt, die anderen sind von jüngeren Schülern für "Schüler experimentieren" entstanden. Mit den Ergebnissen sei man bei Regionalausscheiden gewesen, bei denen je zwei erste und zweite Plätze erreicht werden konnten, erzählt Menge. Die ersten Plätze berechtigen zur Teilnahme am Landeswettbewerb Ende März.

Die Schüler konnten sich frei für ein Projekt entscheiden und arbeiteten teilweise auch in ihrer Freizeit daran. „Die Ergebnisse, wie sie zu sehen sind, wären sonst niemals so entstanden“, so Menge. Dafür sei die Zeit einfach zu knapp. In ihren Arbeiten haben sich die Schüler ganz praktischen Problemen gewidmet. Imke Menge und Alexandra Mill haben ein chemisches Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe es ihnen gelungen ist, die schädlichen Nitrate aus als Dünger verwendeter Milchkuhgülle zu ziehen. Allerdings habe es nicht sofort geklappt, erzählt Imke Menge. Die beiden hätten sich Tipps bei einer Kläranlage geholt. „Dann haben wir anderes Wasser verwendet.“ Und es tatsächlich geschafft, die Nitrate in Form von Kristallen aufzufangen.

Tüfteln bis zum Landesfinale

Die beiden Abiturientinnen versuchen weiter, ihr Verfahren zu verfeinern, um es beim Landeswettbewerb zu präsentieren, denn bei den Regionalausscheiden haben sie den ersten Platz belegt. Trotz Abitur-Stress war es keine Frage für die beiden, nicht weiterzumachen. Und man habe eine gute Lösung gefunden. „Sie werden gleich zuerst von der Jury befragt und können dann weiter lernen“, erklärt ihre Lehrerin.

Gleiches trifft auf Robin Peters zu. Er hat einen intelligenten Fahrradcomputer entwickelt. Dafür hat er eine App geschrieben, die in der Lage ist, zu lernen. „Die App steuert die Schaltung“, erklärt er. Und wenn es jemand bevorzugt, in einem höheren Gang zu fahren, lernt die App das mit der Zeit und steuert die Schaltung entsprechend. Auch er hat bei den Regionalausscheiden den ersten Platz belegt und will bis zum Landeswettbewerb weiter feilen. Peters hat sein Konzept sogar schon so weit entwickelt, dass das Handy, auf dem die App läuft, auf dem Lenker befestigt und während der Fahrt über den Dynamo geladen wird.

Auch Leon Lübbert, Söhnke Kück und Marten Wulf haben einen Beitrag zum Wettbewerb eingereicht. Sie haben einen Roboter-Arm entwickelt. Bei den Arbeiten haben sie so viele Erfahrungen sammeln können, dass sie im kommenden Jahr noch einmal antreten wollen.

Im Rahmen von "Schüler experimentieren" haben Timm Luca Bartz, Wolff Baumeister und Jakob Mackenberg ihren "Kleinen Helden" gebaut – ein kleines Fahrzeug, das mit einem Thermometer dabei helfen kann, Brandherde zu entdecken. Gesteuert wird es per App. Auch das Nachrüsten eines Abgasmessgeräts und einer Wärmebildkamera haben die drei vor. Beim Regionalwettbewerb haben sie den zweiten Platz belegt.

Ebenso wie Daniel Blumenröder und Mats Jacobsen. Die beiden haben einen Handwärmer entwickelt, der deutlich wärmer wird und vor allem länger halt als handelsübliche Exemplare. Dazu mischen sie Chemikalien in einem Beutel; durch eine exotherme Reaktion wird dann Wärme freigesetzt. Auch sie wollen weiter experimentieren, damit sie auch größere Beutel beispielsweise als Wärmflasche erhitzen können.

Florian Plog und Jan Wolthmann haben einen intelligenten Dynamo entwickelt. Dieser kann einen tragbaren Akku laden, mit dem Handy aufgeladen werden können. Der Dynamo kann allerdings auch noch die Handgriffe eines Fahrrads erwärmen.

Die Ausstellung ist bis Anfang Mai in der Commerzbank-Filiale Osterholz-Scharmbeck zu sehen. Filialleiter Björn Wahls ist darauf regelrecht stolz. "Wir freuen uns, dass die Ergebnisse hier ausgestellt werden.“ Es sei wirklich sagenhaft, mit wie viel Begeisterung und Engagement die Schüler an ihren Projekten gearbeitet hätten. "Und die Ergebnisse sind wirklich toll."

Großes Interesse am Lernhaus

Exkursion der niedersächsischen Architektenkammer besucht Oberschule

"Schule neu denken" - das sei das Ziel der Stadtverwaltung gewesen, als sie das Lernhaus im Campus plante, erklärt Campus-Botschafter Jörg Fanelli-Falcke. Die 2014 fertiggestellte Oberschule zieht mit ihrem innovativen Konzept auch überregionales Interesse auf sich. [...]

Mit freundlicher Genehmigung des Osterholzer Anzeigers, Artikel vom 12. Februar 2017

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